LeseKOST

Wollen? Können? Dürfen?
Was bewegt Vorarlberger Jugendliche ohne Ausbildungsplatz?

Im Zentrum der 1. digitalen KOST-Fachtagung stand ein Video, das uns Einblicke in die Lebenswelten von Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz gibt. Im Vorfeld hat sich ein Team von Experten/innen mit dem Video befasst und stellte bei der Fachtagung deren Erkenntnisse und mögliche wirksame Ansätze in der Arbeit mit (aus)bildungsfernen Jugendlichen zur Verfügung. 

Als Einstieg in die Thematik bekamen die Teilnehmenden einen Einblick in AusBildung bis 18 österreichweit und vor allem auch wie es in Vorarlberg aktuell aussieht.

Sehr gespannt durften die Teilnehmenden auf die Überlegungen der Stadt Bregenz sein, die sich bereits seit längerem mit dem Thema NEETs Jugendliche beschäftigt und nun Weichen zur Prävention und Unterstützung stellt.

  • Wie sieht das mit dem Datenschutz aus, wenn Statistik Austria den Topf umrührt oder die Daten von anderen wie Schulen an eben diese weitergegeben werden?
    Wurde von Frau Fliegenschnee (Min 2:42:55) beantwortet.
  • Stimmen die Statistiken (Bregenz – Vorarlberg) schon noch –> alle aus dem Jahr 2016?
    Dies wurde von Frau Dreher im Vortrag zum Schluss (Min 2:46:28) beantwortet.
  • Von 183 Einmeldungen 23 % in Vorarlberg nicht erreicht? 
    Dieser Punkt wurde von Frau Fliegenschnee ausgeführt (Min 33:36). Das hat auch mit den besonderen Fallverläufen, bedingt durch die aktuelle Covid-Situation zu tun.

  • Wie erreicht ihr eure Jugendlichen?
    Das ist je nach vorhandenen Daten unterschiedlich (telefonisch, per Post, Mail und weitere neue Ansätze werden im Vortrag von Jasmin Dreher (Min 2:38:50) noch erwähnt)

  •  Wie viele Vermittlungen in Lehre, Arbeit, Schule gibt es?

    Wird im Vortrag von Frau Fliegenschnee und Frau Bechter erklärt.

  • Wie viel Betreuungszeit benötigen diese Einmeldungen?
    Das ist sehr unterschiedlich und abhängig davon, ob und wie schnell Jugendliche erreicht werden. Teilweise werden auch andere Institutionen mit eingebunden. Bei der Präsentation AusBildung bis 18 – Zahlen und Fakten wird ausgeführt, wie viele Kontaktversuche durchschnittlich nötig sind.
  • Welche Auffälligkeiten gibt /gab es im Bezirk Dornbirn, resp. in der Stadt Dornbirn?
    Dazu gibt es keine besonderen Auffälligkeiten.
  • Was passiert mit den unerreichten Jugendlichen?
    Diese werden mit „nicht erreicht“ abgeschlossen und gehen praktisch zurück an die Statistik Austria. Dort findet erneut ein Datenabgleich statt, wenn der/die Jugendliche nach wie vor nirgends angedockt ist, kann es aber zumindest sein, dass zusätzliche Daten generiert werden können. Der Fall kommt dann wieder zur KOST und es finden weitere Kontaktversuche statt. Beim „2. Durchgang“ steigert sich die Erreichbarkeit.
  • Wie hoch ist der Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund?
    Das müssten wir uns speziell anschauen, wobei diese Zahl immer nur ca. wäre, da wir nur auf die Staatsbürgerschaft schauen können. Österreichische Staatsbürgerschaft schließt aber Migrationshintergrund noch nicht aus.
  • Wie viele Jugendliche wurden im Jahr 2019 nicht erreicht?
    Ca 20 %, wobei genau die Erreichung der Jugendlichen ein sehr großes Thema ist. Hier gibt es viele Bemühungen und neue Ansätze Jugendliche bestmöglich zu erreichen. (Siehe z.B. Zusammenarbeit Jugendcoaching/KOST und Stadt Bregenz)
  • Darf ich als Leiter*in die Schüler*innen direkt an KOST melden, falls sie sich von der Schule abmelden?
    Grundsätzlich sollte immer versucht werden, Kontakt zum Jugendcoaching herzustellen (=Präventiver Ansatz bereits bei Abbruchgefahr). Abgemeldete Jugendliche werden durch das Meldesystem, in welches Schulen mit eingebunden sind, 4-mal jährlich an die Statistik Austria gemeldet.
    In Ausnahmefällen (wenn eine Schulabmeldung nicht erfolgen kann) macht es im Pflichtschulbereich auch Sinn, direkt an die KOST zu melden.
  • Wesentliche Voraussetzung, dass Firmen Lehrlinge nehmen, ist ein schulischer Mindesterfolg daneben soziale Kompetenz und Stabilität. Solange das nicht zutrifft – und genau von diesen Jugendlichen sprechen wir hier auch – haben die keine Chancengleichheit. Wir leben im Leistungszeitalter – haben viele Angebote, aber ca. 25% fallen offensichtlich in Lücken. es braucht frühzeitige Interventionen – auch in den Familien, sowie Zugänge zu Material, Bildung, Technik wie PCs etc. Es braucht die Zusammenarbeit Aller zugunsten dieser benachteiligten Jugendlichen, landesweit. Was ist hier konkret geplant?
    Wir (alle die mit Jugendlichen arbeiten) sind hier wirklich gefragt, Bewusstsein zu schaffen und nicht wegzuschauen. Besonders auch die Anstrengungen der Stadt Bregenz zeigen, dass hier einiges gemacht wird. Zudem haben wir in Vorarlberg auch sehr gute vorbereitenden Maßnahmen (siehe auch die Übersicht „Angebotslandschaft“ auf unserer Homepage). Sehr wichtig sind aber Vernetzung und Zusammenarbeit, sodass Angebote und/oder Unterstützungen auch wirklich ineinandergreifen.
 

Weitere Q&A stehen auf der Homepage der AusBildung bis 18 zur Verfügung.

Im Rausch des Positiven: Die Welt nach Corona

In vier möglichen Zukunftsszenarien hat das Zukunftsinstitut beschrieben, wie die Corona-Krise unser Leben verändern könnte. Im vierten, optimistischsten Szenario schafft das gemeinsame Überstehen der Krise eine resilientere Gesellschaft und einen neuen, achtsamen Umgang miteinander. Matthias Horx nähert sich diesem Szenario nun von einer anderen Warte: In einer Rückwärts-Prognose beschreibt er idealtypisch, wie und worüber wir uns wundern werden, wenn die Krise überstanden ist.
Quelle: www.zukunftsinstitut.de

Den gesamten Artikel finden Sie hier.

AusBildung bis 18 schafft es auf die Shortlist des Zero Project Award 2020

Beim Zero Project Award 2020 wurde die AusBildung bis 18 als innovative Maßnahme auf die Shortlist gewählt und erhielt das Zero Project-Abzeichen für dessen Errungenschaften für benachteiligte Personen. Damit setzte man sich gegenüber 469 Nominierungen durch. Auf die Shortlist schafften es insgesamt 193 Projekte, Initiativen und Richtlinien aus dem Bereich „Bildung für benachteiligte Menschen“.

Weitere Infos zum Award

 

Petition „Jugendticket für alle Jugendlichen im Rahmen der Ausbildungspflicht bis 18“

Der Dachverband Berufliche Integration (dabei-austria) startete vor Kurzem die Petition

„Jugendticket für alle Jugendlichen im Rahmen der Ausbildungspflicht bis 18“.

Die Petition fordert die Finanzierung des Jugendtickets, im Sinne der Gleichbehandlung für alle Jugendlichen innerhalb der AusBildung bis 18 Angebote.
Ein uneingeschränkter Zugang zu sämtlichen öffentlichen Verkehrsmitteln stellt einen Abbau von Barrieren sowie eine
Erhöhung der Flexibilität und Autonomie für die betroffenen Jugendlichen dar.

Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie diese Petition unterschrieben.

Link zur Petition

Vielen Dank!

 

Seit dem Sommer 2017 gibt es die „AusBildung bis 18“ (im Rahmen des Ausbildungspflichtgesetzes), die sicherstellt, dass Jugendliche unter 18 Jahren einer Ausbildung nachgehen. Nun liegt eine erste Bilanz vor und die kann sich sehen lassen. Eine neue Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) und des Österreichischen Instituts für Berufsbildungsforschung (ÖIFB) bestätigt, dass die Maßnahmen für Jugendliche dem Staat langfristig viel Geld und potenziell mehr soziale Gerechtigkeit bringen. 

Die Studie zu AB18 steht auf der Homepage des Sozialministeriums zur Verfügung. 

Mehr Infos finden Sie hier.

Dr. Steffi Burkhart
Human Capital Evangelist & Impulsgeberin der Wirtschaft

Dr. Steffi Burkhart forscht und spricht aus der Sicht ihrer Generation über die Zukunft der Arbeit
und den gesellschaftlichen Wertewandel. Sie setzt sich ein für die Bedürfnisse und Wünsche der
Millennials Generationen, den unter 35-Jährigen, die quantitativ zwar in der Minderheit, qualitativ
jedoch sehr wichtige Generationen sind.
Sie kennt die Pain Points der Wirtschaft und insbesondere auch die ihrer Mitarbeiter und versteht
sich deshalb als Human Capital Evangelist. Sie inspiriert durch wichtige Impulse, zeigt neue Sichtweisen auf und liefert durch konkrete „Quick Wins“ Möglichkeiten, wie Sie Ihr Unternehmen, Ihre
Mitarbeiter/innen und Ihre Produkte für die anstehenden 20er und 30er Jahre erfolgreich machen.

Quelle: https://steffiburkhart.com/

Literaturtipp:

Bildungsaufsteiger/innen aus benachteiligten Milieus: Habitustransformation und soziale Mobilität bei Einheimischen und Türkeistämmigen

Der Autor Aladin El-Mafaalani rekonstruiert die Mühen des Aufstiegs und belegt, dass die Überwindung sozialer Ungleichheit schwierig und selten ist. Zugleich analysiert er den Spielraum für die konstruktive Bewältigung habitueller Nicht-Passungen und das Potenzial für Transformationen. Der systematische Vergleich der Biografien einheimischer und türkeistämmiger Bildungsaufsteiger/innen zeigt zudem, dass sich migrationsspezifische Besonderheiten herausstellen lassen, diese jedoch weitgehend überschätzt werden.

Literaturtipp:

IRRITIERT statt integriert
Ahmed Özdemir

Geschildert wird das Leben eines Migrantenkindes, das versucht, den Integrations-diskurs in Deutschland mit allen Mitteln zu durchbrechen, um der deutschen Gesellschaft anzugehören – jedoch mit Hindernissen.

Ahmet Özdemir erzählt von den Problemen des Lebens in Deutschland, von seinen Wertvorstellungen, seinen Zielen, seinen Wünschen, seinen Ängsten. Von den Kitas und Schulen, die scheitern. Von der Politik, die das Problem nicht erkennt. Von der Gesellschaft, die nicht vermag, im gegenseitigen Respekt zu leben, und von Menschen, die planlos Vorurteilen folgen, ohne ihr Gegenüber zu kennen.

Literaturtipp:

Jugendliche im Übergang zwischen Schule und Beruf
Filomena Sabatella

Im Zentrum dieses Buchs steht die psychische Gesundheit junger Menschen im Übergang von der Schule zum Beruf. Diese Übergangsphase ist für viele Jugendliche eine eher schwierige Phase. Das Buch zeigt die Hintergründe der Schwierigkeiten auf und verdeutlicht, warum gering qualifizierte Jugendliche oder diejenigen mit psychischen Belastungen besondere Mühe haben, Anschluss zu finden.

Fragen zu AusBildung bis 18?

Häufig gestellte Fragen und Antworten finden Sie unter
https://ausbildungbis18.at/fragen-und-antworten/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top